12.01.2018

Chile, Papst Franziskus, Peru

Papst rückt Indigene in den Blick

Bild: Screenshot www.franciscoenchile.cl/

Die Lage der von Landraub und internationalen Konzernen bedrohten Indigenen steht im Mittelpunkt der Reise von Papst Franziskus nach Chile und Peru in der nächsten Woche. Vatikansprecher Greg Burke hob bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag die geplanten Begegnungen mit Vertretern der betreffenden Völker in den Anden und im Amazonasgebiet besonders hervor. Der Besuch von Franziskus in Puerto Maldonado im peruanischen Regenwald markiere den Auftakt zu einer internationalen Bischofssynode für Amazonien. Das Treffen selbst findet im Herbst 2019 im Vatikan statt.

In Chile wird der Papst auch mit zwei Opfern der Diktatur von Augusto Pinochet sprechen. Während der Gewaltherrschaft von 1973 bis 1990 erlitten Zehntausende Folter, mehr als 3.000 wurden ermordet oder verschwanden. Der heutige Papst verbrachte vor der Diktatur anderthalb Jahre als Student in Chile.

Luftige Grüße nach Argentinien

Treffen mit Opfern der repressiven Regierung Alberto Fujimoris in Peru oder mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kleriker in Chile stünden nicht im Programm, sagte Burke. Allerdings behalte sich der Papst die Freiheit zu Ergänzungen vor. "Die besten Treffen sind die ganz privaten", sagte Burke.
Die Frage, warum Franziskus seit fast fünf Jahren im Amt sein Heimatland Argentinien noch nicht besucht hat, wollte der Vatikansprecher nicht beantworten. Der Hinflug nach Chile führe allerdings über Argentinien. Beim Durchqueren eines nationalen Luftraums sendet der Papst üblicherweise einen Gruß an das jeweilige Staatsoberhaupt. "Das wird ein interessantes Telegramm", sagte Burke.

An seinem zweiten Besuchstag in Chile am Mittwoch reist Franziskus nach Temuco, das Zentrum des Volks der Mapuche. Die Messe in Temuco stehe unter dem Thema Entwicklung; anschließend wolle sich der Papst beim Mittagessen mit acht Angehörigen der Mapuche austauschen. In Peru trifft Franziskus in Puerto Maldonado mit Vertretern der Amazonas-Völker zusammen. Die Begegnung wird laut Vatikan von traditionellen Gesängen und Tänzen geprägt sein.

Besuch bei Küstenbewohnern

Während der Veranstaltung will Franziskus Vertretern der Amazonas-Bistümer seine Umwelt-Enzyklika "Laudato si" in lokalen Sprachen übergeben. Mit dabei sind dem Vatikansprecher zufolge auch der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, und der brasilianische Kardinal Claudio Hummes.

Weitere Akzente der 22. Auslandsreise des Papstes sind ein Besuch im nordperuanischen Trujillo bei Küstenbewohnern, die von Überflutungen infolge des Klimaphänomens El Nino getroffen wurden, sowie Treffen mit 600 strafgefangenen Frauen in der chilenischen Hauptstadt Santiago und mit Kindern in einem Heim für minderjährige Opfer von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung durch Minenarbeit in Puerto Maldonado.

Quelle: KNA

Margit Wichelmann, Chile-Referent beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, hat zu diesem Thema dem domradio ein Interview gegeben.

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