12.10.2017

Kolumbien

Ombudsstelle macht Polizei für Tote mitverantwortlich

Polizisten sollen Mitschuld tragen am Tod von Demonstranten. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

Nach dem blutigem Vorfall im Koka-Anbaugebiet im Departamento Nariño in der vergangenen Woche hat sich Kolumbiens Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas hinter Polizei und Militär gestellt. "Das sind trainierte Leute, nicht irgendwelche dahergekommenen Polizisten; keine Polizisten, die gerade vor Ort angekommen sind, sondern Leute mit viel Erfahrung", zitiert die Tageszeitung El Heraldo am Dienstag, 10. Oktober 2017, das Kabinettsmitglied von Präsident Manuel Santos, der zuvor eingehende Untersuchungen angekündigt hatte.

Am Donnerstag, 5. Oktober 2017, waren sechs Koka-Bauern unter bisher nicht geklärten Umständen am Rande einer Demonstration gegen die Vernichtung illegaler Koka-Pflanzungen erschossen worden. Über 40 Menschen wurden verletzt. Während die Anwohner vor Ort das Militär eines "Blutbades" beschuldigen, machen Armee und Polizei eine abtrünnige FARC-Guerilla-Einheit verantwortlich. "Ich glaube den Zeugenaussagen dieser erfahrenen Leute, die Untersuchung wird uns die Umstände mit Genauigkeit und Details erklären", so der Verteidigungsminister.

Kolumbiens staatliche Ombudsstelle für die Verteidigung der Bürgerrechte hingegen geht von einer "möglichen Beteiligung von Mitgliedern der Anti-Drogenpolizei beim Tod von sechs Personen" aus, berichtet El Heraldo über eine Pressemitteilung von Vize-Ombudsmann Jorge Calero. Dieser forderte von Ermittlungsbehörden und Justiz eine "effiziente" Aufklärung. Kolumbiens Vize-Präsident Óscar Naranjo sicherte den Schutz der Ermittlungen zu. Die Regierung wolle der Justiz "volle Garantien" gewähren. Präsident Santos sei "keiner Version" zu den Vorfällen zugeneigt, so Naranjo, der vor seinem Vize-Präsidentenamt Chef der Nationalpolizei war. (bb)

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