09.08.2018

Ecuador

Notstand: Provinzen können Flüchtlinge nicht versorgen

Eine kolumbianische Flüchtlingsfamilie auf dem Balkon ihrer Wohnung in Ecuador (Archivfoto: Adveniat/Pohl)

Die ecuadorianische Regierung hat am Mittwoch, 08. August 2018, in drei Provinzen des Landes den Notstand ausgerufen, weil inzwischen rund 4.200 venezolanische Flüchtlinge Ecuador tagtäglich erreichen. Besonders betroffen sind davon die Provinzen Carchi, El Oro und Pichincha. Besonders in letzterer haben sich in den vergangenen Monaten viele Venezolaner, die vor der ökonomischen und politischen Krise in ihrer Heimat fliehen, niedergelassen.

Aufgrund der ständig wachsenden Zahl der ankommenden Flüchtlinge, jüngsten Statistiken zufolge wurden in der ersten Jahreshälfte 450.000 Venezolaner registriert, sind die lokalen Behörden überfordert. Beobachter befürchten eine humanitäre Krise, auch wenn ein Großteil der Migranten sich auf dem Weg nach Peru oder Chile befindet und nur rund 70.000 von ihnen im letzten halben Jahr in Ecuador geblieben ist. Der nun bestimmte Notstand ermöglicht die Freigabe von weiteren Geldern des Staatshaushalts, um die Situation besser unter Kontrolle zu bekommen. „Es ist nötig, einen Notfallplan zu entwickeln, um die notwendigen Mechanismen und Maßnahmen für eine konsistente humanitäre Hilfe aufzustellen“, hieß es in der Mitteilung des ecuadorianischen Außenministeriums.

Unter anderem beinhaltet der Notstand Maßnahmen zur verschärften Grenzkontrolle. Darüber hinaus soll das Gesundheitsministerium Ecuadors die medizinische Versorgung der Flüchtlinge, vor allem durch entsprechende Medikamente, verbessern und Sozialarbeiter sowie Psychologen sollen sich den zahlreichen teilweise traumatisierten Kindern und Frauen widmen. Abgesehen davon ruft die ecuadorianische Regierung auch die internationale Staatengemeinschaft zu Unterstützung auf. Besonders die Unterorganisationen der Vereinten Nationen seien an dieser Stelle gefragt. (aj)

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