07.12.2017

Lateinamerika

Neues Weltkulturerbe: Drei Traditionen aus Lateinamerika

Schützenswertes Weltkulturerbe: Punto-Musik aus Kuba. Foto: MillSmiles, CC BY-NC-NC 2.0

Die UNESCO hat am 7. Dezember 2017 gleich drei lateinamerikanische Traditionen zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt: den kubanische Punto, die Tradition um die bolivianische "Fiesta de Alasitas" und die Gesänge der Arbeiter auf den Ebenen des Orinoquía in Kolumbien.

Der kubanische Punto

Die Musikrichtung entstand im 17. Jahrhundert im Westen und Zentrum des Inselstaates und hat andalusische Wurzeln. Charakteristisch ist der Einsatz von mehreren Gitarren - der spanischen Gitarre, der kubanischen Tres-Gitarre und der Laute; dazu Percussion und Gesang. Ein goldenes Zeitalter erlebte der kubanische Punto in den 1940er und 1950er Jahren, ist jedoch bis heute lebendig auf der Insel. So gehört unter anderem der aus dem Film Buena Vista Social Club bekannte Sänger Compay Segundo zu den Vertretern dieser Musikrichtung.

Fiesta de Alasitas

Mindestens ebenso lebendig ist die bolivianische Fiesta de Alasitas, die besonders in der Hauptstadt La Paz zelebriert wird. Dort wird der Beginn des neuen Jahres auf ganz besondere Art und Weise begangen. Immer am 24. Januar kaufen sich die Einwohner der Millionenmetropole Miniaturobjekte, die symbolisieren, was sie sich für das neue Jahr wünschen. Nach dem Kauf wird die kleine Figur von einem traditionellen Heiler - einem Yatiri- und einem katholischen Priester gesegnet.

Die Tradition geht auf die aymarische Gottheit Ekeko zurück, der den Überfluss, die Fruchtbarkeit und die Freude symbolisiert. Die bolivianische Ministerin für Kulturen und Tourismus, Carmen Beatriz Loza, zeigte sich hoch erfreut über die Ernennung zum immateriellen Kulturerbe und betonte die Bedeutung der Festlichkeiten noch einmal: "Es ist eine Zeit der großen Solidarität unter allen, unabhängig von der Ethnie, dem Alter oder dem Geschlecht."

Die Arbeiterlieder der Farmer von Orinoquía

Die Arbeiterlieder der Farmer der Ebenen des Orinoquía haben eine 200 Jahre alte Tradition. Sie stehen für die Kultur der Farmer in einer einzigartigen Landschaft, die durch den Fluß Orinoquía geformt wird, und der Venezuela und Kolumbien miteinander verbindet. Es handelt sich dabei um vier Klangvarianten, die die Farmer durch ihr Leben begleiten. Es sind die Lieder des Melkens, des Domestizierens, der Kerze und der Winde.

Die kolumbianische Kulturministerin Mariana Garcés Córdoba betonte, dass diese Jahrhunderte alten Gesänge besonders in Zeiten, in denen die Ebenen teilweise einen radikalen landwirtschaftlichen Wandel durchlaufen und vieles Alte verloren gehe, schützenswert seien. Das Kulturministerium habe sich seit 2011 dafür eingesetzt.

Die Liste des immateriellen Weltkulturerbes dient dazu, Traditionen, Bräuche und Gesänge sichtbar zu machen. So soll ihr Schutz und Erhalt gefördert werden. 2003 haben die Vereinten Nationen ein Übereinkommen zum Erhalt des Immateriellen Kulturerbes getroffen, das 2006 in Kraft getreten ist und von 175 Saaten unterzeichnet wurde. (aj)

Foto: MillSmiles, CC BY-NC-ND 2.0

Reinhören
In diesem Video gibt es die Gesänge der Arbeiter von Orinoquía zu hören - inklusive Streifzug durch die kolumbianische Farmer-Landschaft:

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