06.11.2018

Mittelamerika

Mittelamerikanische Staaten wollen gegen Migranten vorgehen

US-Soldaten sichern die Grenze zu Mexiko (Foto: picture-alliance/dpa/E. Gay)

Tausende Menschen fliehen vor Armut und Gewalt in Mittelamerika. Nun drohen die Staatschefs der Herkunftsländer Honduras und Guatemala den Anführern der "Karawane" mit rechtlichen Konsequenzen.

Die Regierungen von Honduras und Guatemala wollen gegen die Organisatoren der sogenannten Migrantenkarawane vorgehen, die durch Mittelamerika auf dem Weg in die USA ist.

"Guatemala, Honduras, El Salvador, Mexiko und die USA sollten mit Hochdruck gegen die Verantwortlichen ermitteln und die volle Härte des Gesetzes gegen jene anwenden, die diese Wanderungen mit politischen oder kriminellen Zielen organisieren und fördern", sagte der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández bei einem Treffen mit seinem guatemaltekischen Amtskollege Jimmy Morales.

Morales und Hernández sind sich einig: "Wir sind solidarisch mit unseren Brüdern in dieser Karawane, aber wir müssen jene verurteilen, die diese Art der Migration zu unmenschlichen Bedingungen organisieren." Die beiden Präsidenten wollen zudem die Ursachen der massenhafte Auswanderung bekämpfen. Sie vereinbarten, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten durch Investitionen zu schaffen. Hernandez sprach eine "energische Einladung an nationale und internationale Investoren" aus, insbesondere in Schulen und Krankenhäuser zu investieren. "Seit 2014 haben wir viele Programme zur Bekämpfung der strukturellen Ursachen für die Auswanderung gefördert", sagte Hernandez. "Wir wissen, dass das nicht ausreicht und dass wir weiter vorankommen müssen." US-Präsident Donald Trump hatte den Regierungen in Mittelamerika vorgeworfen, nicht genug gegen die Auswanderung zu tun, und drohte mit Kürzung von Hilfszahlungen.

"Invasion schlechter Menschen"

Auf der Flucht vor Armut und Gewalt ziehen derzeit Tausende Menschen aus Mittelamerika in Gruppen durch Mexiko gen Norden Richtung Vereinigte Staaten. Viele der Auswanderer fliehen vor der Gewalt in ihrer Heimat, die vor allem von mächtigen Jugendbanden ausgeht. Die sogenannten Maras betreiben Drogenhandel und Schutzgelderpressung, kontrollieren ganze Stadtteile und zwangsrekrutieren Jugendliche. Eine erste Migrantengruppe hat mittlerweile Mexiko-Stadt erreicht und kampiert in einem Stadion nahe dem Flughafen.

US-Präsident Donald Trump hatte den Zug der Migranten nach Norden zuletzt immer wieder als Invasion bezeichnet und die Not der Menschen für seinen Wahlkampf instrumentalisiert. Es seien viele schlechte Menschen darunter. Beweise für seine Behauptungen legte er nicht vor. Trump drohte, die Menschen notfalls an der Grenze von Soldaten stoppen zu lassen.

Quelle: Deutsche Welle, jv/kle (dpa, afp, ape)

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