13.09.2018

Peru

Lebenslang für Anführer der Guerilla "Leuchtender Pfad"

Die Verhandlung gegen Abimael Guzmán fand in einem Hochsicherheitsgefängnis statt (Foto: Reuters/M. Bazo)

26 Jahre nach einem Terroranschlag hat ein peruanisches Gericht die Führungsriege der Guerillagruppe "Leuchtender Pfad" zu lebenslanger Haft verurteilt. Damals waren 25 Menschen ums Leben gekommen.

Das Gericht befand den Gründer der bewaffneten maoistischen Gruppe, Abimael Guzmán, und neun weitere Führungsmitglieder für schuldig, das Attentat von 1992 in der Hauptstadt Lima in Auftrag gegeben zu haben. Einige der jetzt Verurteilten hätten zu dem Zeitpunkt zwar im Gefängnis gesessen und seien nicht direkt beteiligt gewesen, hieß es. Doch die Tat sei von der gesamten Führungsspitze entschieden und vorbereitet worden. Eine der zwölf Angeklagten wurde freigesprochen, ein weiteres Urteil steht noch aus.

Im Juli vor 26 Jahren waren in Limas bürgerlichem Stadtteil Miraflores mit Dynamit beladene Autos explodiert. 25 Menschen kamen dabei ums Leben, mehr als 150 Menschen wurden verletzt. Es war der größte Anschlag von "Sendero Luminoso", ("Leuchtender Pfad") in Lima selbst. Die Gruppe war vor allem in der armen Anden-Region Ayacucho im Südwesten Perus aktiv.

Viele Verurteilte sowieso schon im Gefängnis

Das Urteil in dem Prozess, der 2013 begann, bedeutet aber nur für zwei der zehn Angeklagten den Gang ins Gefängnis: Gründer Guzmán und andere sitzen bereits seit Jahren wegen anderer Straftaten ein. Im Bürgerkrieg zwischen der Guerilla und dem peruanischen Staat wurden in den 1980er und 1990er Jahren nach Angaben der Wahrheits- und Versöhnungskommission rund 70.000 Menschen getötet. Für mehr als 40.000 Tote wird "Sendero Luminoso" verantwortlich gemacht. 

Die meisten Opfer der Gruppe waren demnach arme indigene Bauern, die mittels Terror zur Treue gegenüber den Rebellen gezwungen worden waren. Die Vereinten Nationen bezeichneten die Guerilla seinerzeit als die "blutigste" Gruppe der westlichen Hemisphäre. Ihr militärischer Apparat ist mittlerweile zerschlagen.

Quelle: Deutsche Welle, ie/ww (dpa, epd)

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