04.05.2017

Brasilien

Landkonflikte eskalieren

Die Konflikte um Land in Brasilien nehmen zu. Foto: Adveniat/Escher

Ein besonders brutaler Überfall auf die indigene Gemeinde der Gamela im brasilianischen Bundesstaat Maranhao hat zu Beginn des Monats die Öffentlichkeit erschüttert. Internationalen Medienberichten zufolge hat eine Gruppe von Bauern und Landbesitzern eine Siedlung der Gemala angegriffen. Mindestens ein Dutzend Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Sie erlitten Schusswunden und Verletzungen durch Messerattacken. Zwei von ihnen wurden die Hände mit Macheten abgehackt.

Die Region im Amazonasgebiet des größten südamerikanischen Landes ist nur ein Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen der indigenen Bevölkerung, die gegen die Ausbeutung ihres Landes kämpft, und den ansässigen Großgrundbesitzern. Die Gewalt in diesen Landkonflikten hat in den letzten Monaten drastisch zugenommen. Die Landlosenbewegung (MST) und Menschenrechtsorganisationen machen dafür auch die Budgetkürzungen der Regierung Michel Temers in diesem Bereich verantwortlich. So wurden unter anderem mehrere hundert Stellen bei der staatlichen Indigenenbehörde Funai gestrichen.

Appell an die Regierung

Vor diesem Hintergrund hat es in den letzten Tagen von unterschiedlichen Stellen Aufforderungen an die Regierung gegeben, die Eskalation der Gewalt nicht weiter zu ignorieren. Die Interamerikanische Menschenrechtskommission machte in einer öffentlichen Stellungnahme am Dienstag, 2. Mai 2017, auf den grausamen Überfall einer indigenen Gemeinde in Mato Grosso do Sul aufmerksam, bei dem Ende April neun Menschen umgebracht wurden. Sie fordert Michel Temer dazu auf, die grundlegenden strukturellen Probleme des Landkonflikts in Angriff zu nehmen. Bereits am 27. April drückte auch die Landpastoral des Bundesstaates Minas Gerais seine Bestürzung über den Mord an dem führenden MST-Mitglied Silvino Nunes Gouveia aus. Gouveia wurde in seinem eigenen Haus von Unbekannten mit zehn Schüssen getötet. (aj)

Solidaritätsschreiben der Brasilianischen Bischofskonferenz angesichts der Gewalt gegen das Volk der Gamela:

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