11.10.2017

Peru

Künstler-Ikone Fernando De Szyszlo gestorben

Fernando de Szyszlo im Jahr 2015 Foto: Ferla del Libro Ricardo Palma, Confesiones de un lector, CC BY 4.0

Der bekannteste peruanische Maler des 20. Jahrhunderts Fernando De Szyszlo ist im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in Lima gestorben. Medienberichten vom Dienstag, 10. Oktober 2017, zufolge, sei der Künstler gemeinsam mit seiner 96 Jahre alten Ehefrau Liliana Yávar die Treppe hinuntergestürzt, beide seien tot aufgefunden worden. Die genauen Umstände des Todes seien bisher noch ungeklärt, so peruanische Behörden. Am Dienstagnachmittag war die Feuerwehr nach einem Notruf in das Haus des Künstlers gekommen.

Landesweite Trauer

Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynki nannte den Tod des Malers, Bildhauers und Literaten einen "großen Verlust" für die Andennation. Perus Kulturminister Salvador del Solar sagte der Tageszeitung RPP Noticias: "Er ist nicht nur eine Ikone der peruanischen Bildhauerei, er war auch ein überzeugter Staatsbürger, ein Vorbild für die gesamte Kultur." De Szyszlo war ein Weggefährte des peruanischen Literaturnobelpreisträgers und Ex-Präsidentschaftskandidaten Mario Vargas Llosa.

Geboren wurde er am 5. Juli 1925 in Lima als Sohn des polnischen Physikers Vitold De Szyszlo und María Valdelomar, Schwester des peruanischen Autors Abraham Valdelomar. Bekanntheit erlangte er mit seinen avantgardistischen Bildern in der Auseinandersetzung mit der indigenen Kultur und Geschichte der spanischen Ex-Kolonie. Im Werk "Inrraki" (1968) verarbeitet De Szyszlo, dessen Werke in den renommiertesten Sammlungen der Welt zu sehen sind, die Geschichte der gewaltsamen Kolonisierung der Inka. Seine Malerei vereint "die Materialität von Wandbildern, aber auf der Leinwand eine Mischung indigener Traditionen Lateinamerikas und der internationalen Tradition der Abstraktheit", beschreibt der peruanische Kurator Pablo Chiuminatto das künstlerische Erbe. (bb)

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