17.03.2017

Brasilien

Kaum noch Zika-Fälle in Brasilien

Mit Pestiziden und Austrocknungsmaßnahmen ist Brasilien gegen die Mücken, die das Zika-Virus übertragen, vorgegangen. Foto: Andre Borges/Agência Brasília, CC BY 4.0.

Nach der Zika-Epidemie im vergangenen Jahr ist die Zahl der Fälle in Brasilien um mehr als 95 Prozent gesunken. Die Militär war mit Pestiziden und Austrocknungsmaßnahmen gegen die Überträger-Mücken vorgegangen.

Ziemlich genau ein Jahr nach dem Höhepunkt der Zika-Epidemie in Brasilien und in anderen Staaten Südamerikas hat die brasilianische Gesundheitsbehörde nun eine deutliche Entspannung der Lage verkündet.

So gab es in den ersten beiden Monaten dieses Jahres 1.653 gemeldete Infektionsfälle. Von diesen betrafen 30 schwangere Frauen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatten die Behörden noch 30.683 Infektionen registriert. Damit gab es zuletzt noch fünf Prozent der Anzahl von Infektionen auf Höhepunkt der Epidemie.

Das erstmals 1947 in Uganda nachgewiesene Virus hatte sich seit April 2015 in Brasilien ausgebreitet und von dort ausgehend auch Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Suriname, Französisch Guyana, Bolivien und Paraguay erreicht. Auch in allen Staaten Zentralamerikas gab es vereinzelte Fälle. Am schwersten war allerdings Brasilien betroffen, wo es mehr als eine Million bestätigte Infektionsfälle gab.

Erfolgreiche Mückenbekämpfung mit Pestiziden

Das Virus wird von Gelbfiebermücken übertragen. Werden Schwangere infiziert, führt dies bei den Neugeborenen häufig zu Fehlbildungen des Schädels, der sogenannten Mikrozephalie. Das Virus kann auch eine Nervenkrankheit, das Guillain-Barré-Syndrom, auslösen.

Die brasilianische Regierung hatte im vergangenen Jahr das Militär eingesetzt, um mit Pestiziden und Austrocknungsmaßnahmen gegen die Mücken vorzugehen. Dies hatte offensichtlich Erfolg, denn auch andere durch Moskitos übertragene Krankheiten, wie Gelbfieber oder Dengue gingen in dem Zeitraum um knapp 90 Prozent zurück.

Die Olympischen Sommerspiele 2016 fanden trotz anfänglicher Befürchtungen, dass dies eine weltweite Ausbreitung des Virus befördern könnte, wie geplant statt. Im November hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand aufgehoben, den sie im Februar 2016 erklärt hatte.

Quelle: Deutsche Welle, fs/ stu (dpa, AP), Foto: Andre Borges/Agência Brasília,CC BY 4.0.

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