14.07.2017

Peru

Justiz verurteilt Ex-Präsident Ollanta Humala und seine Frau

Perus ehemaliger Präsident Ollanta Humala (Bild) und seine Frau sitzen wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft. Foto:Ministerio de Educación del Perú - Prensa/Ollanta Humala, CC BY-NC 4.0.

Die peruanische Justiz hat den ehemaligen Präidenten Ollanta Humala und seine Ehefrau Nadine Hereira am Donnerstag, 13. Juli 2017, zu eineinhalb Jahren Untersuchungshaft verurteilt. Beiden wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im Rahmen der Wahlkampagne für Ollanta Humala im Jahr 2011, drei Millionen US-Dollar von der Baufirma Odebrecht angenommen zu haben. Im Gegenzug dafür soll die Regierung während der Amtszeit Humalas öffentliche Aufträge an die Firma vergeben haben.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft stützt sich hauptsächlich auf die Aussage des ehemaligen Firmenchefs Marcelo Odebrecht, der im Zusammenhang mit dem umfassenden Korruptionsskandal um seine Firma in Brasilien zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde. Humala und seine Frau haben sich nach der Urteilsverkündung umgehend der Justiz gestellt. Beide weisen jedoch jegliche Vorwürfe von sich. Sie bestreiten, dass es diese Zahlungen jemals gegeben hat.

Fall Odebrecht erschüttert ganz Lateinamerika

Seit die Ermittlungen im Fall Odebrecht 2014 begonnen haben, ist nach und nach ein Schmiergeldsystem aufgedeckt worden, dass ganz Südamerika umfasst. Die ehemaligen Manager der Firma haben inzwischen eingeräumt in insgesamt 12 Ländern des Kontinents Bestechungsgelder in Höhe von insgesamt 788 Millionen US-Dollar gezahlt zu haben. Alleine in Peru sind es 29 Millionen US-Dollar gewesen.

Die juristische Aufarbeitung des Falls hat in den vergangenen Monaten bereits zu zahlreichen Verhaftungen und Anklagen hochrangiger Politiker geführt. Gerade erst wurde der Ex-Präsident Brasiliens, Lula Inacio Lula da Silva, zu neun Jahren Haft verurteilt. Das amtierende brasilianische Staatsoberhaupt Michel Temer steht ebenfalls im Verdacht, in die Affäre verwickelt gewesen zu sein.(aj)

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