12.01.2018

Venezuela

Hungerrevolte: Menschen plündern Supermärkte

Wegen der Wirtschaftskrise gibt es in Venezuela seit Monaten nicht genug Lebensmittel. Es kommt zu Plünderungen. Foto: Reuters/M. Bello

Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise gibt es in Venezuela seit Monaten nicht genug Lebensmittel. Viele können sich durch die hohe Inflation nicht genug zum Essen kaufen. Es kommt immer wieder zu Plünderungen. Wie der Abgeordnete Carlos Paparoni aus dem Anden-Bundesstaat Merida berichtete, hatten hungrige Menschen zuletzt am Donnerstag einen Lastwagen mit Mais überfallen sowie ein Lebensmittel-Lager und einen Supermarkt geplündert. Bereits seit mehreren Tagen nähmen Plünderer in der Stadt Arapuey Geschäfte und Warenhäuser ins Visier. Dabei sei es zu schweren Zusammenstößen zwischen den Plünderern und Soldaten gekommen. Vier Menschen wurden getötet und rund hundert festgenommen.

Im Internet kursieren zudem Berichte, in denen Männer auf einer Weide Rinder erschlagen, um an Fleisch zu gelangen. Laut Paparoni wurden bereits rund 300 Tiere getötet. Offiziell konnten diese Angaben nicht bestätigt werden. Das Informationsministerium in der Hauptstadt Caracas reagierte nicht auf Anfragen.

Plünderungen auf dem Land

Venezuela steckt trotz seines Ölreichtums in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Millionen Bürger in Armut versetzt hat. Lebensmittel sind ohnehin knapp. Nur in Caracas gibt es bisher kaum Engpässe. Auf dem Land kommt es seit Weihnachten aber immer häufiger zu Plünderungen.

Vertreter von Regierung und Opposition trafen sich derweil abermals in der Dominikanischen Republik, um einen Ausweg aus der Krise zu finden, bevor in diesem Jahr die Präsidentschaftswahl stattfindet.

Quelle: DW.de, uh/kle (afp, rtr)

Reiner Wilhelm, Venezuela-Referent beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, hat zu diesem Thema Vatican News ein Interview gegeben.

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