26.03.2014

Mexiko

Gericht verbietet Gensoja-Anbau durch Monsanto-Konzern

Ein Distriktgericht im mexikanischen Bundestaat Campeche hat dem US-amerikanischen Saatguthersteller Monsanto in mehreren Indigenen-Gemeinden den Anbau genveränderter Soja-Pflanzen untersagt. "Gegen das Recht des Maya-Volkes auf freie, vorherige und informierte Konsultation wurde verstoßen", zitiert die mexikanische Nichtregierungsorganisation "MA OGM - Kollektiv ohne genmanipulierte Pflanzen" auf ihrem Facebook-Auftritt den Richterspruch zu ihren Gunsten.

Wie das Nachrichtenportal "Gran Época" zu Wochenbeginn berichtete, habe das Gericht eine von den Bundesbehörden erteilte Genehmigung zur Aussaat der Gensoja-Sorte "MON-04-032-6" für rechtswidrig erklärt. In den Maya-Gemeinden Champotón, Hecelchakán, Hopelchén, Tenabo, Calkiní, Escárcega, Carmen und Palizada auf der mexikanischen Yucatán-Halbinsel dürfe die Sorte nicht in die Erde eingebracht werden. Verschiedene Indigenen- und Antigentechnik-Organisationen hatten argumentiert, Soja-Monokulturen und die Verwendung der Agro-Chemikalie Glyphosat würden der traditionellen Honigwirtschaft schaden.

Nach zwei Jahren Prozessdauer war das 2. Distriktgericht schließlich zu dem Schluss gekommen, dass bei der Genehmigung durch Landwirtschaftsministerium und Umweltministerium das Recht auf Konsultation gemäß Abkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) nicht beachtet worden sei, das auch von Mexikos Verfassung garantiert wird. Auch habe das Umweltministerium Monsanto die Genehmigung unter Missachtung anderslautender Empfehlungen der Behörde für Naturschutzgebiete (CONANP), dem Nationalinstitut für Biodiversität (CONABIO) und Nationalem Umweltinstitut (INE) erteilt.

Insgesamt seien dem größten Saatguthersteller der Welt in Mexiko Flächen von insgesamt 253.000 Hektar genehmigt worden, so "MA OGM". Kritiker von genverändertem Saatgut erhoffen sich einen Präzedenzfall. Auch gegen die erteilte Genehmigung von Genmais läuft derzeit ein Gerichtserfahren. (bb)

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