14.12.2016

Peru

Erste Nachrichtensendung auf Quechua

Quechua-Frauen in einer Stadtrandsiedlung in Chorillos, Peru. Foto: Adveniat/Pohl.

In Peru ist das erste Nachrichtenmagazin auf Quechua an den Start gegangen. Während der Sendung auf Perú TV wandte sich der neue Präsident Pedro Pablo Kuczynski mit einer Botschaft in der indigenen Sprache an die Fernsehzuschauer - zwar vom Blatt abgelesen, aber von großer Symbolik.

Kuczynskis Regierung hat eine Wiederaufwertung der indigenen Kulturen Perus versprochen. Jede Form von Diskriminierung solle bekämpft werden. Der Titel der neuen, landesweit, auch im Radio ausgestrahlten Nachrichtensendung lautet "Ñuqanchik" - "Wir" auf Quechua. Perus Regierung spricht mit Blick auf die Erstausstrahlung des Magazins von einem historischen Ereignis. Durch die Sendung führten die Journalistin Marisol Mena und der Journalist und Anthropologe Clodomiro Landeo.

Über 4 Millionen Peruaner sprechen ausschließlich Quechua

Fernando Zavala, als Präsident des peruanischen Ministerrates eingeladen, betonte, dass es sich bei "Ñuqanchik" um ein Format handele, das sich nicht nur an Quechua sprechende Peruaner richte, sondern komplett in der indigenen Sprache konzipiert werde. Der Staat nähere sich somit seinen Bürgern an. Neben Quechua, das von mehr als vier Millionen der gut 30 Millionen Peruaner ausschließlich gesprochen wird, gibt es im Land weitere 45 indigene Sprachen.

Alle Journalisten sind Muttersprachler

Fernando Zavala rief die privaten Sender dazu auf, dem staatlichen Fernsehen mit weiteren Angeboten zu folgen. "Ñuqanchik" seien möglichst viele Zuschauer zu wünschen. Präsident Pedro Pablo Kuczynski setzt sich für mehr Unterricht und Bildung auf Quechua ein. Die Journalisten, die die Sendung produzieren, haben alle Quechua als Muttersprache. Sie wurden landesweit ausgewählt. (bs).

Präsident Pedro Pablo Kuczynski spricht Quechua:

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