13.11.2017

Chile

Entschädigung für Tsunamiopfer

Der Küstenort Dichato wurde beim Erdbeben 2010 von einem Tsunami zerstört. Viele Menschen mussten den Ort verlassen. Foto: Adveniat/Hoch

Der Oberste Gerichtshof in Chile hat am Freitag, 10. November 2017, die Entschädigung der Angehörigen von Tsunami Opfern angeordnet. Die dritte Kammer des Gerichtshofs bestätigte damit dem Antrag von insgesamt 74 Angehörigen, die den Staat teilweise in der Verantwortung für das Unglück sehen. Der Fall wurde vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt, da der staatliche Verteidigungsrat ein entsprechendes Urteil des Berufungsgericht vom Januar 2016 anfocht.

Nach einem der schwersten Erdbeben in Chiles Geschichte im Jahr 2010 gab der nationale Katastrophenschutz Entwarnung für die Küstenregion. Die Wissenschaftler erklärten die Möglichkeit eines folgenden Tsunamis für nahezu ausgeschlossen und ließen die Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Ein Irrtum, der fatale Folgen hatte. Der auf das Beben folgende Tsunami traf kurze Zeit später auf die Küstenregion des Andenstaates und zerstörte mehrere Hafenstädte. 153 Menschen kamen dadurch ums Leben.

Regierung mitverantwortlich

74 Angehörige von 21 Opfern von der Inselgruppe Juan Fernández werden aufgrund dieser Fehlentscheidung der Behörden nun Entschädigungszahlungen für die mentalen und seelischen Folgen erhalten. Diese belaufen sich auf eine Höhe zwischen 11.000 und 47.000 US-Dollar. Bereits im Dezember 2013 wurde die Regierung zu einer ersten Zahlung verurteilt. Die Familie des verstorbenen Mario Orvando erhielt 100.000 US-Dollar.

Das Beben und der Tsunami von 2010 hatten verheerende Folgen für Chile. Mehr als 500 Menschen starben und mehrere hunderttausend Häuser wurden zerstört. Der wirtschaftliche Schaden des Unglücks belief sich auf ca. 15 Milliarden US-Dollar. (aj)

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