14.11.2017

Mexiko

Den Verschwundenen einen Namen geben

Überall in Mexiko hängen Fotos von vermissten Menschen. Foto: Adveniat/Escher

In Mexiko sind seit dem der damalige Präsident Felipe Calderon im Jahr 2006 seinen Kampf gegen die Drogen begonnen hat mehr als 100.000 Menschen verschwunden. Häufig sind die vollständige Identität sowie die Umstände des Verbrechens nicht eindeutig geklärt. Dem hat die Organisation Data Civica nun etwas entgegen gesetzt. Ein Team von zehn Mitarbeitern hat in den vergangenen vier Monaten die Daten von knapp 32.000 Verschwundenen zusammengetragen und registriert.

„Die verschwundenen Menschen sind derzeit lediglich eine Nummer ohne Namen oder Gesicht. Wir versuchen ihre Würde wiederherzustellen (...)“, sagte Santiago Aguirre vom Menschenrechtszentrum Miguel Agustín Pro Juarez, das die Arbeit unterstützt, bei der Präsentation der Ergebnisse am 13. November 2017. Es hat zwar bereits ein staatliches Register gegeben, dort konnten jedoch lediglich nach Familiennamen gesucht werden. Nun haben Angehörige von Verschwundenen die Möglichkeit detailliert nach ihren Angehörigen zu forschen. Data Civica hat dafür Namen, Nachnamen und persönliche Attribute, wie Größe und Alter, mit den offiziellen Daten zur Sozialversicherung abgeglichen und hinterlegt. Darüber hinaus können sie selber partizipieren und Informationen beisteuern.

Ein großer Schritt in die richtige Richtung

Die insgesamt 14 an der Initiative beteiligten Nichtregierungsorganisationen betonen trotz des großen Erfolges einen Teil der Vermisstenfälle erstmals umfassend erfasst zu haben, dass damit noch lange nicht alles getan ist. „Wir können nicht wissen, wie viele Vermisste es tatsächlich gibt", sagte Michael W. Chamberlin vom Menschenrechtszentrum Fray Juan Larios. Dazu fehle es immer noch an vielen Informationen. Dies liegt nach Ansicht der Organisationen und Familienangehörigen auch daran, dass die mexikanische Regierung nicht wirklich Bereitschaft zeige die Fälle aufzuklären. Ob das jüngst erlassene Gesetz gegen das gewaltsame Verschwindenlassen daran etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. (aj)

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