09.04.2013

Peru

Bauernfamilien können sich traditionelles Quinoa-Getreide nicht mehr leisten

Steigender Weltmarktpreis macht das Nahrungsmittel zu teuer.

Eine jüngst durchgeführte Studie mit dem Titel „Nachhaltigkeit der Produktionskette von Quinoa in der Puna-Region“ in den Anbaugebieten von Quinoa in Peru zeigt, dass immer weniger Bauern ihr Produkt selber verzehren. In den vergangen fünf Jahren ist der Konsum um mehr als ein Drittel gefallen. Basierte die Ernährung vieler Gemeinden in den Anden traditionell auf Quinoa, macht das Getreide nun nur noch einen Bruchteil ihrer Diät aus. Experten zufolge liegt dies vor allem an dem steigenden Weltmarktpreis für das Produkt.

Quinoa wurde in den vergangen Jahren von der peruanischen Regierung stark vermarktet. Das Getreide gilt als eines der nährreichsten Grundnahrungsmittel überhaupt, da es besonders proteinreich ist und viele Mineralien enthält. Die Vereinten Nationen erklärten 2013 zum „Jahr der Quinoa“. Es soll helfen den Hunger in schwierigen Zeiten des Klimawandels zu bekämpfen, da die Pflanze als äußert robust gilt. Hinzu kommt, dass auch immer mehr Europäer das Produkt für sich entdecken. Diese steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass der Preis pro Kilo Quinoa in den letzten fünf Jahren um knapp 70 Prozent gestiegen ist. Dementsprechend setzen viele Quinoa-Farmer in den Anden nun auf Export. Die Pflanze scheint als Einnahmequelle weitaus wertvoller für viele Familien denn als Nahrungsmittel.

Nahrungsmittelsicherheit gefährdet?

Außerdem führt der steigende Preis des Getreides dazu, dass viele Bauernfamilien sich Quinoa schlicht nicht mehr leisten können. In Lima gilt es inzwischen nahezu als Luxusprodukt und ist teurer als Hühnchen. Viele Quinoa-Farmer haben ihr Produkt durch inzwischen günstigere Importprodukte wie Reis, Pasta und Mais ersetzt. Demnach sehen einige Forscher die Nahrungsmittelsicherheit in den Andengemeinden gefährdet. Weiterhin führe der Ersatz von Quinoa durch andere Grundnahrungsmittel dazu, dass die Ernährung vieler Familien in den Anden weniger ausgewogen ist. Somit fordern die Wissenschaftler die peruanische Regierung dazu auf, den Verzehr von Quinoa auch im eigenen Land zu bewerben. (aj)

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