12.04.2018

Honduras

Anwalt Carlos Hernández erschossen

Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

In der Hafenstadt Tela im Norden von Honduras wurde am Dienstag, 10. April 2018, der Anwalt Carlos Hernández in seinem eigenen Büro ermordet. Der 26-Jährige war vor wenigen Monaten von der Hauptstadt Tegucigalpa nach Tela gekommen und hatte dort seine Kanzlei eröffnet. Er wurde in seinem Büro von einem bisher Unbekannten überrascht und mit mehreren Schüssen getötet. Der Komplize des Täters wartete vor dem Gebäude im Auto, mit dem beide anschließend ungehindert fliehen konnten.

Die honduranische Nichtregierungsorganisation „Aktion für den Frieden“ verurteilte die Tat in einer öffentlichen Stellungnahme scharf und stellte sie in den Zusammenhang mit der Arbeit von Hernández. Der Anwalt hatte die Verteidigung des Bürgermeisters von Arizona, Arnoldo Chacón sowie vier Mitgliedern der Organisation „Breite Bewegung für Würde und Gerechtigkeit“ (MADJ) übernommen. Alle fünf waren aufgrund ihres Kampfes gegen den geplanten Bau des Wasserkraftwerks am Fluss Jilamito verhaftet und angeklagt worden.

Andauernder Widerstand

Die betroffenen Gemeinden kämpfen bereits seit rund einem Jahr gegen zwei geplante Wasserkraftwerke, die in der Region errichtet werden sollen. Zum einen sei die ansässige Bevölkerung nicht, wie in der Verfassung vorgesehen, konsultiert worden. Zum anderen wären die ökologischen Auswirkungen der von einer englischen Elektrizitätsfirma vorgesehenen Großprojekte verheerend. In diesem Zusammenhang organisierte MADJ im Mai 2017 die Besetzung des an den Fluss Jilamito angrenzenden Gebiets. Laut MADJ sei das Camp in den letzten Monaten immer wieder massiven Repressionen durch die Polizei ausgesetzt gewesen. Daher wirft sie der Regierung die Kriminalisierung der Widerstandsbewegung vor. Auch der angeklagte Politiker Arnoldo Chacón sei durch illegale Hausdurchsuchungen schikaniert worden.

Sowohl die „Aktion für den Frieden“ als auch MADJ fordern eine lückenlose und konsequente Aufklärung des Mordes am Juristen Carlos Hernández, damit nicht  ein weiterer Mord in Honduras straffrei bleibe. (aj)

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