19.04.2017

Friedensprozess, Kolumbien

100 Tage Friedensvertrag: Zwischenfazit der Beteiligten

Foto: medea_material, CC BY 4.0 (Zuschnitt).

Update: Schicksal von 23.000 Vermissten in Kolumbien weiter ungeklärt

In Kolumbien ist das Schicksal von rund 23.000 während des bewaffneten Konfliktes verschwundenen Menschen bis heute ungeklärt. Das berichtete der Radiosender "RCN" am Dienstag, 18. April 2017 (Ortszeit), unter Berufung auf das Nationale Institut für Rechtsmedizin. "Wir haben etwa 23.000 Fälle von Personen, die bis zum heutigen Tag verschwunden sind und von denen wir keine Spur haben", sagte Institutsdirektor Carlos Eduardo Valdes dem Sender. Quelle: KNA
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In Kolumbien haben sich die Delegationen der Farc und der Regierung 100 Tage nach Unterzeichnung des Friedensabkommens erneut zusammengefunden, um den begonnen Friedensprozess voran zu bringen und bestehende Schwierigkeiten anzugehen. Beide Parteien bezeichneten das Treffen im Nachhinein als positiv und bekannten sich noch einmal zu dem geschlossenen Friedensvertrag. Man habe sich bei der Sitzung am Sonntag, 26. März 2017, in Cartagena de Indias auf weitere Punkte einigen können, um die Implementierung des Friedensprozesses voranzubringen.

Nachbesserungen sind nötig

So wurde dort beschlossen, die Entwaffnung zu beschleunigen. Dieser Prozess soll bis zum 29. Mai abgeschlossen sein. Die Farc hatte in den letzten Wochen immer wieder beklagt, dass die Übergangscamps in insgesamt 26 Transitzonen nicht wirklich umfassend errichtet wurden. Hier wird nun nachgebessert.

Darüber hinaus arbeiten die zuständigen Stellen an der Frage der Amnestie für die ehemaligen Rebellen, die sich trotz der Mehrheit der Regierungspartei von Juan Manuel Santos im Kongress in den vergangenen Wochen als schwierig herausgestellt habe. Ähnliches gelte laut Senator Pablo Cruz für die zugesagten Sicherheitsgarantien für die Guerilleros. Diese Themen seien brisant und kompliziert, sagte er in einem Fernsehinterview, aber Juristenteams würden mit Hochdruck daran arbeiten, sie zu lösen.

Aufarbeitung des Konflikts

Außerdem konnten die Delegationen sich auf die schnelle Bildung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission einigen, die sich damit befassen wird, die begangenen Verbrechen aufzuklären. Auch die Suche nach Vermissten soll so bald wie möglich beginnen. Für den April kündigte die Regierung weiterhin einen ersten Entwurf der Gesetzespakte im Zusammenhang mit der Landreform an. Die Führung der Farc sagte zu, eine umfassende Liste aller Milizionäre, die für die Guerilla tätig gewesen sind, zu erstellen. (aj)

Foto: medea_material,CC BY 4.0 (Zuschnitt).

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