Im Namen von Entwicklung und dem Wohl des Landes will die Piñera-Regierung seine Lithium-Vorkommen an Privatfirmen verkaufen. Gegner warnen vor neuem Ausverkauf. Über »Spezialverträge im Lithiumgeschäft« sollen Abbau und Verwertung des Grundstoffs für Akkus in Mobiltelefonen und Elektroautos an internationale Rohstoff- und Chemiemultis vergeben werden.
Tausende von peruanischen Frauen warten immer noch auf späte Gerechtigkeit: In den neunziger Jahren wurden sie Opfer eines Sterilisierungsprogramms der damaligen Regierung von Präsident Fujimori. Insgesamt sollen 300.000 Frauen gegen ihren Willen sterilisiert worden sein.
Argentiniens indigene Gemeinschaften haben zum gemeinsamen Kampf aufgerufen und der Regierung ein Ultimatum gesetzt: Sollte sie bis März nicht ein klares Signal setzen, wollen sie mit Land- und Häuserbesetzungen, landesweiten Protestaktionen und einer Klage bei den Vereinten Nationen Druck machen. Für die Regierung kommt die Kampfansage ungünstig, denn sie überlagert den seit Monaten schwelenden Konflikt, nämlich den Kampf gegen große Minenprojekte.
Mit einem weltweiten Radio-Sendemarathon machen internationale Radiostationen auf das Schicksal der Geiseln in Kolumbien aufmerksam. Bis Donnerstag werden zahlreiche Botschaften an die Entführten ausgestrahlt. Sie befinden sich teilweise seit über 13 Jahren in der Hand von Rebellen.
Der wegen Korruption verdächtigte Ex-Präsident von Boliviens staatlicher Energiefirma YPFB, Santos Ramírez, ist am 26. Januar zu einer 12-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht in La Paz sah es als bewiesen an, dass der langjährige Weggefährte von Präsident Evo Morales und Mitbegründer der regierenden »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) in betrügerische Geschäfte mit der Privatfirma »Catler Universe« verwickelt ist und dem Staat einen hohen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat.
Zwischen »Catler Universe« und YPFB hatte Ramírez einen Vertrag zum Bau einer Flüssiggas-Anlage im Tiefland-Departamento Santa Cruz abgeschlossen. Dabei war es zu hohen Schmiergeld-Zahlungen gekommen, was im Frühjahr 2009 durch einen Raubmord ans Licht der Öffentlichkeit drang. Damals war der Geschäftsmann Jorge O’Connor D’Arlach in der Hauptstadt La Paz auf offener Straße überfallen und ermordet worden. Dem Opfer und Teilhaber von »Catler Universe« war ein Koffer mit 450.000 US-Dollar Bargeld entwendet worden.
Weil sich O´Connor auf dem Weg zu Verwandten der Familie der Ehefrau des YPFB-Chefs befand, stellten Ermittlungen der Polizei schnell eine direkte Verbindung zwischen dem Geldkoffer und Ramírez her. Auf Druck von Präsident Morales, dessen Regierung sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geschrieben hat, wurde Ramírez wenig später seines Amtes enthoben, die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren gegen ihn. Von insgesamt 16,5 Millionen US-Dollar an Steuergeldern, die Ramírez für das YPFB-Projekt an das beteiligte US-Unternehmen »Gulsby Process Systems« und »Catler Universe« gezahlt hat, konnten Behörden bisher neun Millionen US-Dollar zurückgewinnen. (bb)