Im Namen von Entwicklung und dem Wohl des Landes will die Piñera-Regierung seine Lithium-Vorkommen an Privatfirmen verkaufen. Gegner warnen vor neuem Ausverkauf. Über »Spezialverträge im Lithiumgeschäft« sollen Abbau und Verwertung des Grundstoffs für Akkus in Mobiltelefonen und Elektroautos an internationale Rohstoff- und Chemiemultis vergeben werden.
Tausende von peruanischen Frauen warten immer noch auf späte Gerechtigkeit: In den neunziger Jahren wurden sie Opfer eines Sterilisierungsprogramms der damaligen Regierung von Präsident Fujimori. Insgesamt sollen 300.000 Frauen gegen ihren Willen sterilisiert worden sein.
Argentiniens indigene Gemeinschaften haben zum gemeinsamen Kampf aufgerufen und der Regierung ein Ultimatum gesetzt: Sollte sie bis März nicht ein klares Signal setzen, wollen sie mit Land- und Häuserbesetzungen, landesweiten Protestaktionen und einer Klage bei den Vereinten Nationen Druck machen. Für die Regierung kommt die Kampfansage ungünstig, denn sie überlagert den seit Monaten schwelenden Konflikt, nämlich den Kampf gegen große Minenprojekte.
2.900 politische Häftlinge ließ der kubanische Staatspräsident Raúl Castro Weihnachten frei und begründete die Freilassung auch mit dem bevorstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. im März dieses Jahres.
Als „einflussreichen Mediator“ bezeichnet die freie Journalistin Christina Moebus die katholische Kirche in ihrer Studie „Kuba - Die katholische Kirche als Vermittler zwischen Staat und Gesellschaft“. Sie analysiert die Entwicklung der Beziehung zwischen Kirche und Staat seit der Revolution 1959 und beleuchtet die unterschiedlichen Facetten. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Isolation kam es in den 90ern zu einer Annäherung und zum Dialog zwischen den Akteuren. Den Durchbruch bildete 1998 der Besuch von Papst Johannes Paul II. Seit Herbst 2010 hat die Regierung über 100 politisch Inhaftierte freigelassen. In dem langwierigen Prozess habe die katholische Kirche eine Schlüsselrolle gespielt, schreibt Moebus.
„Für beide Seiten ist die Kooperation eine Win-Win-Situation: Die Gläubigen erhalten ideell und materiell mehr Freiräume und der Staat kann sein Regime an der Basis absichern“, resümiert die Autorin. Es handele sich nicht um eine Liebesbeziehung, sondern eher um eine Zweckehe. (asd)
Christina Moebus: Kuba – Die katholische Kirche als Vermittler zwischen Staat und Gesellschaft, Dezember 2011.