
Havanna im Spiegel / www.berenberg-verlag.de
„Havanna im Spiegel. Eine Erinnerung an die Revolution“ von der Journalistin Alma Guillermoprieto ist fünf Jahre nach dem spanischen Original nun auch in Deutschland erschienen. Guillermoprieto erinnert sich in diesem Buch an ihren sechs-monatigen Aufenthalt als Dozentin für Modern Dance in Kuba. 1970 verließ die in Mexiko geborene Autorin ihre damalige Heimat New York. Ihre Karriere war damals dem Tanzen gewidmet und mit nur 21 Jahren ging sie als Lehrerin an die Kunsthochschule Kubas, wo sie während des politischen Chaos im Land vielen Menschen begegnete, die ihre Leben veränderten.
„Havanna im Spiegel“ ist eine Mischung aus einem Roman und einer Reportage. Einige Figuren im Buch tragen Namen der Menschen, denen Guillermoprieto tatsächlich begegnete, und alte Briefe dienten als Vorlage für Textpassagen. Viele Dialoge seien aber frei erfunden, schreibt die Autorin im Vorwort:
„Es ist die gewissenhafte Transkription meiner Erinnerungen: Einige sind verschwommen, manche im Laufe der Jahre lückenhaft geworden, andere im zeitlichen Abstand notdürftig zusammengeflickt oder durch neue Erlebnisse gefiltert und wieder andere zweifellos frei erfunden von jenem hartnäckigen Erzähler, den wir alle in uns haben und der möchte, daß die Dinge so sind, wie sie sich heute am besten für uns anhören, und nicht so, wie sie wirklich waren.“
Nach ihrer Rückkehr aus Kuba entschied sich Guillermoprieto schließlich den Beruf zu wechseln und wurde Journalistin. Sie schreibt heute unter anderem für den „New Yorker“ und lebt wieder in Mexiko.
„Havanna im Spiegel. Eine Erinnerung an die Revolution“ ist im Berenberg Verlag erschienen und kostet 25 Euro.
Text: jam