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22.05.2012

Mexiko

Jährlich über 14.000 Tote durch Luftverschmutzung

Schärfere Reinheitsvorschriften gefordert.

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22.05.2012

Kolumbien

Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft getreten

Inmitten von Protesten kolumbianischer Unternehmer, Bauern und Gewerkschaften ist am 15. Mai das bilaterale Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft getreten. Demonstrationen gegen das Abkommen an den öffentlichen Universitäten zwangen die Behörden am 15. Mai zur Schließung der Einrichtungen. Zudem kamen bei einem Bombenanschlag auf einen ehemaligen Innen- und Justizministers zwei Leibwächter ums Leben.

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21.05.2012

Mexiko

Drei Generäle der mexikanischen Streitkräfte verhaftet

In Mexiko ist offenbar ein Grossreinemachen der Streitkräfte im Gange. In den vergangenen Tagen wurden ranghohe Offiziere unter dem Verdacht der Verwicklung in den Drogenhandel festgenommen. Sie kommen vorübergehend für 40 Tage in Untersuchungshaft unter dem Vorwurf des Organisierten Verbrechens.

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21.05.2012

El Salvador

Kirche fordert neue Schritte gegen Jugendgewalt

„Jetzt ist die Gesellschaft in der Pflicht“

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21.05.2012

Venezuela

Räumung von Haftanstalt in Hauptstadt

Keine Anzeichen für Polizei-Massaker.

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Buchbesprechung

Ernüchtert vom Kampf für eine gerechtere Gesellschaft

Ernüchtert vom Kampf für eine gerechtere Gesellschaft
„Kubatraum ´57“ von Hans Tönjes Redenius


Johannes und Diego, ein junger Deutscher und ein junger Kubaner, beide noch nicht 18, sind die Hauptfiguren von „Kubatraum ´57“. In dem Roman wird geschildert, wie zwingend die Suche nach mehr Gerechtigkeit auf der Welt ist – und wie groß die Enttäuschung über Fallstricke, die bei dieser Suche immer und überall ausgelegt sind. Die beiden Protagonisten treffen sich an Bord eines Handelsschiffs, das Mitte der 50er Jahre zwischen Hamburg und Lateinamerika unterwegs ist. Diegos Familie hatte unter der Tyrannei des Präsidenten Batista zu leiden. Er empfindet unendlichen Hass auf das Regime und will seine Familie rächen. Diego weiß von einer Gruppe Aufständischer um einen Mann namens Fidel Castro, der mit einer großen Zahl von Kämpfern unterwegs ist, um die Karibikinsel zu befreien und eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen.

Der junge Deutsche ist fasziniert und verunsichert zugleich. Die Vorstellung, für eine gute Sache einzutreten, und seine Abenteuerlust locken ihn. Er verlässt das Schiff und heuert gemeinsam mit seinem Freund bei den Rebellen an. Die beiden erfahren Kameraderie und lernen Angst kennen, etwa wenn Johannes sich während eines Schusswechsels an die Bombardierung seiner Heimatstadt Hamburg im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Der Plot des Romans „Kubatraum ´57“ besitzt einen autobiographischen Kern: Der Autor Hans Tönjes Redenius, gebürtiger Hamburger, protestantischer Theologe, lange Jahre Gemeindepfarrer und seit 1999 freier Schriftsteller, fuhr Mitte der 50er Jahre selbst als Leichtmatrose zur See. Es ist im Grunde seine eigene Geschichte, die er hier erzählt. Redenius´ Romanfigur, der junge Johannes, nähert sich mit zaghaften Schritten der fremden, exotischen Welt. Die Schilderungen seiner Erlebnisse bei Landgängen, seiner ersten sexuellen Erfahrungen, seines Blickes auf das bunte und unbekannte Lateinamerika führen dieses Neue sehr plastisch vor Augen. Für Johannes ein zunächst alles ein einziges, großes Abenteuer. Eines, das ihn jedoch schnurstracks in die Katastrophe führt.

Der Wendepunkt der Geschichte liegt in einer Passage, in der klar wird, dass zwei Mitglieder des kleinen Trupps das Quartier der Rebellen verraten haben. Sie werden aufgedeckt, brutal gefoltert und schließlich exekutiert. Johannes lehnt sich gegen diese Gewaltexzesse auf und flieht. Das Monströse, das offenbar auch im Guten steckt, wird derart groß, dass er es nicht mehr aushält. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: Die Erschaffung des „hombre nuevo“, des neuen Menschen, den die kubanischen Rebellen sich auf die Fahnen geschrieben haben, muss noch eine Weile warten oder wird – schlimmstenfalls – überhaupt nicht verwirklicht. Zumindest nicht auf einem Weg, der von Gewalt gekennzeichnet ist. Die Auflehnung des Romanhelden gegen die Methoden der Revolution ist eine zutiefst menschenfreundliche Reaktion. In seiner Abwendung vom bewaffneten Kampf stecken der Wille, sich zukünftig guten Gewissens im Spiegel betrachten zu können, und gleichzeitig eine einzige große Enttäuschung über das Scheitern seines so idealistisch gestarteten Abenteuers. Der Schlüssel für eine humanere, solidarische, vielleicht auch politisch linke Gesellschaft scheint weniger im bewaffneten Kampf zu liegen, sondern in der unbedingten Freundschaft zwischen den Menschen – wie hier zwischen den Romanfiguren Johannes und Diego.

Thomas Völkner

„Kubatraum ´57“ von Hans Tönjes Redenius
Zell: Rhein-Mosel-Verlag 2008
207 Seiten, EUR 17,90
ISBN 978-3-89801-041-2

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