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08.02.2012

Brasilien

„Das Gefängnis ist voll sehr anständiger Menschen.“

Dom Alcimar Caldas Magalhães, Bischof der Diözese Alto Solimões im brasilianischen Bundesstaat Amazonas, erzählt im Interview von seiner Arbeit. Der Kapuziner verdingte sich einst wie seine Eltern als Kautschukzapfer und gilt als hervorragender Kenner des Amazonasgebietes und seiner Probleme.

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08.02.2012

Panama

Tote und Verletzte bei indigenen Protesten gegen Bergbau

Regierung und Ngäbe Buglé unterzeichnen Übereinkunft.

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08.02.2012

Haiti/Dominikanische Republik

Menschenhandel an offiziellen Grenzposten

Studie kritisiert Korruption unter Beamten.

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07.02.2012

Mexiko

Fälschungssichere Tickets für Papstbesuch

300.000 Tickets gedruckt.

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07.02.2012

Bolivien

Volksbefragung im Naturpark

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Buchbesprechung

Ernüchtert vom Kampf für eine gerechtere Gesellschaft

Ernüchtert vom Kampf für eine gerechtere Gesellschaft
„Kubatraum ´57“ von Hans Tönjes Redenius


Johannes und Diego, ein junger Deutscher und ein junger Kubaner, beide noch nicht 18, sind die Hauptfiguren von „Kubatraum ´57“. In dem Roman wird geschildert, wie zwingend die Suche nach mehr Gerechtigkeit auf der Welt ist – und wie groß die Enttäuschung über Fallstricke, die bei dieser Suche immer und überall ausgelegt sind. Die beiden Protagonisten treffen sich an Bord eines Handelsschiffs, das Mitte der 50er Jahre zwischen Hamburg und Lateinamerika unterwegs ist. Diegos Familie hatte unter der Tyrannei des Präsidenten Batista zu leiden. Er empfindet unendlichen Hass auf das Regime und will seine Familie rächen. Diego weiß von einer Gruppe Aufständischer um einen Mann namens Fidel Castro, der mit einer großen Zahl von Kämpfern unterwegs ist, um die Karibikinsel zu befreien und eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen.

Der junge Deutsche ist fasziniert und verunsichert zugleich. Die Vorstellung, für eine gute Sache einzutreten, und seine Abenteuerlust locken ihn. Er verlässt das Schiff und heuert gemeinsam mit seinem Freund bei den Rebellen an. Die beiden erfahren Kameraderie und lernen Angst kennen, etwa wenn Johannes sich während eines Schusswechsels an die Bombardierung seiner Heimatstadt Hamburg im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Der Plot des Romans „Kubatraum ´57“ besitzt einen autobiographischen Kern: Der Autor Hans Tönjes Redenius, gebürtiger Hamburger, protestantischer Theologe, lange Jahre Gemeindepfarrer und seit 1999 freier Schriftsteller, fuhr Mitte der 50er Jahre selbst als Leichtmatrose zur See. Es ist im Grunde seine eigene Geschichte, die er hier erzählt. Redenius´ Romanfigur, der junge Johannes, nähert sich mit zaghaften Schritten der fremden, exotischen Welt. Die Schilderungen seiner Erlebnisse bei Landgängen, seiner ersten sexuellen Erfahrungen, seines Blickes auf das bunte und unbekannte Lateinamerika führen dieses Neue sehr plastisch vor Augen. Für Johannes ein zunächst alles ein einziges, großes Abenteuer. Eines, das ihn jedoch schnurstracks in die Katastrophe führt.

Der Wendepunkt der Geschichte liegt in einer Passage, in der klar wird, dass zwei Mitglieder des kleinen Trupps das Quartier der Rebellen verraten haben. Sie werden aufgedeckt, brutal gefoltert und schließlich exekutiert. Johannes lehnt sich gegen diese Gewaltexzesse auf und flieht. Das Monströse, das offenbar auch im Guten steckt, wird derart groß, dass er es nicht mehr aushält. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: Die Erschaffung des „hombre nuevo“, des neuen Menschen, den die kubanischen Rebellen sich auf die Fahnen geschrieben haben, muss noch eine Weile warten oder wird – schlimmstenfalls – überhaupt nicht verwirklicht. Zumindest nicht auf einem Weg, der von Gewalt gekennzeichnet ist. Die Auflehnung des Romanhelden gegen die Methoden der Revolution ist eine zutiefst menschenfreundliche Reaktion. In seiner Abwendung vom bewaffneten Kampf stecken der Wille, sich zukünftig guten Gewissens im Spiegel betrachten zu können, und gleichzeitig eine einzige große Enttäuschung über das Scheitern seines so idealistisch gestarteten Abenteuers. Der Schlüssel für eine humanere, solidarische, vielleicht auch politisch linke Gesellschaft scheint weniger im bewaffneten Kampf zu liegen, sondern in der unbedingten Freundschaft zwischen den Menschen – wie hier zwischen den Romanfiguren Johannes und Diego.

Thomas Völkner

„Kubatraum ´57“ von Hans Tönjes Redenius
Zell: Rhein-Mosel-Verlag 2008
207 Seiten, EUR 17,90
ISBN 978-3-89801-041-2

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