20.03.2017

Argentinien

Lehrer halten an Streik fest

Der Lehrerstreik in Argentinien hat den Beginn des neuen Schuljahres nun bereits um knapp zwei Wochen verzögert. Foto: Adveniat/Escher.

Die Situation zwischen den Lehrergewerkschaften und der argentinischen Regierung bleibt weiter angespannt. Auch wenn sich drei der sechs großen Verbände zu Verhandlungen mit dem Bildungsministerium bereit erklärt haben, so kündigten die restlichen drei an, den Streik aufrecht erhalten zu wollen. Bei einer erneuten Massendemonstration in der Stadt La Plata in der Provinz Buenos Aires gaben die Organisatoren bekannt, ihre Arbeit erst dann wieder aufzunehmen, wenn die geforderte Gehaltserhöhung von 35 Prozent akzeptiert werde. Ursprung des Konflikts ist die nach wie vor hohe Inflation in Argentinien, die Experten zufolge zwischen 30 und 40 Prozent liegt.

Mauricio Macri rief die Lehrer am Sonntag, 19. März 2017, dazu auf, den Streik zu beenden, der den Beginn des neuen Schuljahres nun bereits um knapp zwei Wochen verzögert hat. „Für ein Land, das gerade dabei ist, aufzustehen, darf die Bildung niemals stoppen“, sagte er vor der Presse. „Diejenigen die das Land zerreißen, sind diejenigen, die für eine Wirtschaftspolitik verantwortlich sind, die das Leben unserer Familien zerstört“, entgegnete ein Gewerkschaftsvertreter und verdeutlichte noch einmal die Unnachgiebigkeit eines Großteils der Lehrer.

Knackpunkt Wirtschaftspolitik

Das argentinische Staatsoberhaupt und seine Minister bekommen nicht nur von den Lehrern Gegenwind. Auch die bedeutendste Arbeitergewerkschaft des Landes hatte zu Beginn des Monats zu einem Generalstreik aufgerufen und kritisiert den politischen Kurs Macris immer wieder massiv. Die OECD hingen hat in ihrem jüngsten Bericht, die von Macri eingeleiteten Reformen ausdrücklich begrüßt. Sie würden dazu beitragen, die staatlichen Interventionen in die Wirtschaft erneut zu beschränken und böten daher die Möglichkeit, das südamerikanische Land wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

Viele soziale Gruppen machen die die hohe Inflation die Politik des Präsidenten Mauricio Macri verantwortlich. Dieser hat seit seinem Amtsantritt Ende 2015 einen deutlich liberaleren Kurs in der Wirtschaftspolitik eingeschlagen, als seine Vorgängerin Christina Kirchner. Die streikenden Lehrer verlangen vor diesem Hintergrund eine Lohnerhöhung, die Geldentwertung ausgleicht. (aj)

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