13.03.2017

Ecuador

Indigene protestieren gegen chinesische Investoren

Bereits 2015 protestierten Shuar aus der Region Morona Santiago in Macas gegen den Bau einer Straße durch ihr Gebiet. Foto: Agencia de Noticias ANDES, CC BY-SA 2.0

In Ecuadors Hauptstadt Quito haben Angehörige indigener Gemeinden vor der chinesischen Botschaft gegen Menschenrechtsverletzungen protestiert. Ecuadorianische Medien berichten, mehr als 100 indigene Familien seien durch Polizei und Militär von ihrem Land vertrieben worden, damit ein chinesisches Unternehmen dort ungestört arbeiten könne. Das Territorium der Shuar sei besetzt, Wohnungen zerstört und rund 500 Menschen zur Flucht gezwungen worden, teilten die Indigenen vor internationalen Journalisten mit. In der Region ist eine chinesische Bergbaufirma aktiv.

Koordiniert wurde der Protest am Donnerstag, 9. März 2017 (Ortszeit), von der Organisation der Indigenen im Amazonas-Becken (Coica). Sie erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen die Regierungen Ecuadors, Boliviens und Venezuelas. Indigene Völker würden dort nicht in Entscheidungsprozesse eingebunden und indigene Gemeinden für Bergbauprojekte von ihren Territorien vertrieben. Chinesische Investoren gehören zu den größten Investoren solcher Projekte im ökologisch wertvollen Regenwald Ecuadors.

Im Januar hatte das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat einen Stopp von Landraub und Gewalt gegen die indigenen Völker Lateinamerikas gefordert. Anlass war der Hilferuf des Volkes der Shuar: Die Regierung in Quito hatte auf ihrem Territorium Schürfrechte für große Kupferminen an die chinesische Firma vergeben. Die Shuar appellierten in einem Brief an Papst Franziskus, sich einzuschalten.

Quelle: KNA, Foto: Agencia de Noticias ANDES, CC BY-SA 2.0

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