17.02.2017

Lateinamerika

50 Jahre Atomwaffen-Verbot

Foto: takomabibelot, CCO 1.0 (Zuschnitt).

Mit einer Konferenz über die Nichtverbreitung von Atomwaffen in Mexikos Hauptstadt haben die Regierungen Lateinamerikas dem 50-jährigen Bestehen des Abkommens von Tlatelolco gedacht. Der Gastgeber der 25. Zusammenkunft der Organisation für das Verbot von Nuklearwaffen in Lateinamerika und der Karibik (OPANAL), Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto, erklärte, dass kein Staat der Erde, "so mächtig er auch sei, versuchen darf seinen Willen gegen die Prinzipien der internationalen Gemeinschaft durchzusetzen", berichtete die Tageszeitung "El Universal" Mitte der Woche.

Es sei dem am 14. Februar 1967 unterzeichneten Vertrag von Tlatelolco zu verdanken, dass Lateinamerika und die Karibik bis heute eine Region ohne kriegerische Nutzung der Atomtechnik geblieben sei, erinnerte Nieto bei seiner Eröffnungsrede vor den Außenministern aus Argentinien, Honduras, Guatemala und El Salvador. Bei einem Seminar über die Nichtverbreitung von Atomwaffen nahmen zudem Teilnehmer aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Österreich, Jamaika, Thailand und Uruguay teil, berichtet "El Universal".

Der 1968 mitten im Kalten Krieg in Kraft getretene Vertrag von Tlatelolco war das erste Atomwaffen-Verbotsabkommen für ein bewohntes Gebiet. 1961 hatten sich die Staaten der Erde auf ein Verbot für die Antarktis-Region geeignet, was als Meilenstein auf dem Weg zur friedlichen Koexistenz zwischen sozialistischen und kapitalistischen Gesellschaften angesehen wird. Der Vertrag wurde von allen 33 Staaten Lateinamerikas und der Karibik ratifiziert - zuletzt durch Kuba im Oktober 2002. Der mexikanische Diplomat Alfonso García Robles und seine schwedische Kollegin Alva Myrdal erhielten für ihre Bemühungen um das Abrüstungsabkommen 1982 den Friedensnobelpreis. (bb)

Foto: takomabibelot, CCO 1.0 (Zuschnitt).

Den vollständigen Vertragstext können Sie hier nachlesen: OPANAL 

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