Deutsche kritisieren mangelnde Hilfsbereitschaft der Botschaft. Während in Chile eine Woche nach dem schweren Erdbeben die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange sind und die Regierung eine dreitägige Staatstrauer verhängt hat, haben sich deutsche Reisende über die mangelnde Hilfe der Botschaft beklagt. „ Uns hat das Beben am Samstag voriger Woche in der Hauptstadt Santiago überrascht“, schilderte eine deutsche Lehrerin.
"Seguiremos en marcha hasta que todas seamos libres" - „Frauen in Bewegung, bis wir alle frei sind.“ Unter diesem Motto findet in diesem Jahr die 3. Internationale Aktion des Frauenmarsches in São Paulo statt. Er ist eine von zahlreichen Aktionen am 8. März, dem Weltfrauentag, der schon seit 100 Jahren weltweit begangen wird.
Die Katastrophenhilfe kommt im Süden an. Die Katastrophenhilfe in Chile ist unter der Koordination der Caritas Santiago angelaufen. Zusammen mit dem Roten Kreuz und staatlichen Stellen werden Nahrungsmittel in den Süden des Landes gebracht und verteilt.
Marina Silva wird sich im Oktober als Kandidatin der Grünen Partei um den Präsidentenposten bewerben. In ihrer jetzt gestarteten Wahlkampagne zielt die Umweltaktivistin besonders auf die Stimmen von Frauen aus der unteren Mittelschicht. Brasiliens Grüne haben traditionell einen Nachteil: außer Studenten und alternativ denkenden Mittelklässlern nimmt sie kaum jemand wahr.
Beben bringt Versäumnisse im Musterland Südamerikas an den Tag
Chile hat nach dem Erdbeben am vergangenen Samstag und dem Tsunami an der Küste mehr als 700 Tote und zahlreiche Verletzte zu beklagen. Die Schäden an der Infrastruktur sind enorm. Einige Regionen waren noch am Montag von der Außenwelt abgeschnitten. Das Ausmaß der Katastrophe wurde offenbar zunächst falsch eingeschätzt.
Medien berichten: Keine dritte Amtszeit für Präsident Uribe
Ex-Verteidigungsminister Santos will Uribe im Mai beerben. Die Ära von Präsident Alvaro Uribe in Kolumbien geht nach acht Jahren offenbar ihrem Ende zu. Wie aus gut unterrichteten Justizkreisen am Donnerstag verlautete, wird das Verfassungsgericht in Kürze das geplante Referendum über eine zweite Wiederwahl Uribes ablehnen.
Dilma Rousseff ist die offizielle Präsidenschaftskandidatin der regierenden Arbeiterpartei Partido dos Trabalhadores (PT) für die Wahlen im Oktober. Sie ist das Ziehkind des allmächtigen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren kann.
Das Bündnis soll Alternative zur OAS werden. Präsidenten von 32 Ländern Lateinamerikas und der Karibik werden eine neue Staatengemeinschaft gründen. Dies sei der erste Schritt zur Schaffung eines Bündnisses, das die Einheit und Identität der Region wiederbelebe, so der mexikanische Präsident Felipe Calderón.
Luis Carlos Marrero von der Organisation „Grupo Reflexión y Solidaridad Oscar A. Romero” berichtet über einen Ausflug zum Vulkan Imbabura. Die Reise wurde in Gedenken an Priester Leonidas Proaño organisiert, der in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden wäre. Proaño setzte sich für die Rechte der indigenen Völker ein.
Mineral als Schadstoffkiller beliebt. Dass Zeolith zum Schutz der Umwelt beiträgt, wissen nicht nur Mineralogen. Auch die kubanische Regierung hat die Bedeutung der kristallinen Substanz erkannt und will nun die landeseigenen Zeolith-Lagerstätten im großen Stil vermarkten.
Präsident Lobo zwischen den Fronten. Staatschef Porfirio Lobo hat den ehemaligen guatemaltekischen Vizepräsidenten Eduardo Stein mit der Bildung der Kommission beauftragt. Weder Zelayas noch Michelettis Anhänger glauben an einen Erfolg.
Haitis Bebenopfer versuchen ihr Leben neu zu organisieren. Die größten Trümmer sind beseitigt, die Leichen beerdigt. Ab Freitag wird es wieder. Linienflüge nach Port-au-Prince geben, tausende von US-Soldaten sind bereits wieder in die Heimat zurückgekehrt, aber noch gleicht die haitianische Metropole einer auf Ruinen errichteten Zeltstadt.
Professor aus Panamá äußert sich zu katastrophalen Lebensumständen von Indigenas. Gegen Ende 2009 erhob sich in Panama eine Protestwelle als Reaktion auf die Repression gegen die indigenen Gemeinden: „Einer indigenen Gemeinschaft anzugehören wird in Panama langsam gefährlich. Die derzeitige Bildungsministerin verbietet es den nachkommenden Generationen in ihren Sprachen zu träumen, zu sprechen und zu schreiben.“
Ein Brief aus der Stadt Juárez schildert die Leiden einer schwindenden Gemeinschaft. Die Stadt Juárez liegt im Norden Mexikos, nahe der Grenze zum US-amerikanischen Staat Texas. Seit der Wirtschaftskrise haben viele Fabriken in Juárez geschlossen, woraufhin Arbeiter die Stadt verließen. Das Militär hat großen Einfluss auf den Alltag der Bewohner.
Das “Drama” vom wundersamen Reichtum der Kirchners
Lukrative Geschäfte des argentinischen Präsidentenpaars unter Beschuss. Er regiert, sie kümmert sich um die Geschäfte, dann regiert sie, und er kümmert sich um die Geschäfte. Von 1,2 auf 8,5 Millionen Euro haben Cristina und Nestor Kirchner ihr Vermögen seit 2003 vermehrt.
Justice et Paix fordert erneut bessere Kommunikation mit der Bevölkerung
In einem zweiten offenen Brief an den Premierminister Haitis hat die Nationale Kommission für Justitia et Pax Haiti die Regierung energisch dazu aufgefordert, die Kommunikation mit der Bevölkerung zu verbessern. Außerdem hat sie den Behörden konkrete und detailreiche Vorschläge unterbreitet, um die schwierige Situation in Port-au-Prince nach dem Erdbeben am 12. Januar zu verbessern.
Interview zur Situation in Haiti nach dem Erdbeben. Haiti-Referentin Margit Wichelmann spricht über die Gründe der Armut im Land, die Probleme der Hilfslieferungen, Adoptionen von Kindern aus Haiti und die Zukunft der Haitianer.
Hören Sie die neueste Folge unseres Podcasts. In dieser Folge dreht sich alles um Haiti: die einzige Filmschule Haitis, zu Besuch in der kleinen haitianischen Stadt Baradères, ein Interview zu den Ursachen und Folgen des Erdbebens und ein Buchtipp.
Am kommenden Sonntag sind im mittelamerikanischen Land Präsidentschaftswahlen. Laura Chinchilla hat nach einem unaufgeregten Wahlkampf gute Chancen, eine Mehrheit der Stimmen zu bekommen.
Offener Brief an Premier Bellerive und Präsident Préval
In einem offenen Brief an Präsident René Préval und Premierminister Jean Max Bellerive hat die Menschenrechtsorganisation Justitia et Pax Haiti die haitianische Regierung eindringlich dazu aufgefordert, sich präsenter und aktiver zu zeigen.
Seit den Wahlen im Dezember sind 28 Prozent der Abgeordneten und Senatoren weiblich. Die Parlamentarierinnen kämpfen nun dafür, die Hälfte aller Posten in Regierung, Justiz und Legislative mit Frauen zu besetzten. Kürzlich wurde Ana María Romero zur ersten Senatspräsidentin in der Geschichte Boliviens ernannt.
Die haitianische Kommission für Justitia et Pax hat zusammen mit Caritas Haiti und anderen haitianischen Organisationen ein Arbeitspapier verfasst, in dem es darum geht, welche Hilfe für Haiti am dringlichsten ist und wie eine Unterstützung der europäischen Partner aussehen könnte. Hier eine Zusammenfassung der Überlegungen.
Für die Annulierung der Schulden, gegen eine Militarisierung
Vertreter aus mehr als 20 Ländern sprachen in Montréal über Prioritäten und verfügbare Mittel beim Wiederaufbau Haitis. Gleichzeitig veröffentlichte ein internationales Netz sozialer Organisationen einen offenen Brief, in dem es sich gegen die Militarisierung Haitis und für die sofortige Annulierung der Auslandsschuld aussprechen.
In Port-au-Prince kehrt ein Hauch von Normalität ein. Doch zehntausende Menschen leben noch auf der Straße. Der Wiederaufbau wird Jahre dauern und Millionen kosten. Heute beginnt in Montréal eine internationale Konferenz zu dem Thema.
In einem Schreiben an Freunde, Unterstützer und Projektpartner hat P. Jan Hanssens, Direktor von Justitia et Pax in Haiti, die Situation im Land zusammengefasst und Fragen zur Zukunft des Landes gestellt. Der Menschenrechtsexperte, der seit mehr als 30 Jahren in Haiti lebt, drückt seine Sorge über die politischen Folgen des Edbebens aus.
Auf das Erdbeben in Haiti folgt die Flucht. "Sie klopfen an unsere Türen und bitten um Hilfe. Wir dürfen sie nicht enttäuschen", fordert der Bischof von Fort Liberte, Chibly Langlois.
"Wir haben die Chance, ein besseres Haiti aufzubauen"
Ein Brief von Pierre Dumas, Bischof von Anse-à-Veau et Miragoâne (Haiti). Er ist Präsident der Caritas Haiti und war im Dezember 2009 auf Einladung von Adveniat in Deutschland zu Gast. Dumas berichtet über das Geschehene und entwickelt daraus eine Wegweisung in die Zukunft Haitis.
Rund die Hälfte der Todesopfer ist minderjährig. Das Erdbeben hat außerdem aus vielen Kindern Waisen gemacht. Sie sind traumatisiert und vielerlei Gefahren ausgesetzt. Kinderhilfswerke sehen Adoptionsaktionen kritisch: „Adoption ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung.”
Eine Botschaft der Diözese Fort Liberté im Nordosten Haitis: Sie ermutigt die Menschen, nicht aufzugeben und entwirft einen Aktionsplan zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Port-au-Prince.
Präsident Lulas Probleme mit dem Nationalen Menschenrechtsplan und die darin vorgesehene Einrichtung einer Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der in der Militärdiktatur begangenen Menschenrechtsverstöße.
"Ich lebe, doch mein Land versinkt in großem Schmerz."
Seit dem 14. Januar 2010, zwei Tage nach dem Erdbeben, sind bei dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mehr als 100 Briefe von Projektpartnern aus Haiti eingetroffen, manche sehr kurz: „Ich lebe - betet für Haiti!“, viele jedoch mit schlechten, ja entsetzlichen Nachrichten. Wir veröffentlichen einige Auszüge aus den Briefen in Übersetzung sowie einen Nachruf auf den langjährigen Adveniat-Projektpartner Serge Miot, Erzbischof von Port-au-Prince, der bei dem Erdbeben umkam.
Ein kolumbianischer UNO-Mitarbeiter beschreibt, wie er das Erdbeben erlebt und überlebt hat. 70 Menschen konnten in den vergangenen Tagen aus den Trümmern gerettet werden. Die Hilfe kommt auf Touren, doch die Lage bleibt insgesamt katastrophal.
119 Armenviertel in gefährdeten Hanglagen sollen abgerissen werden. Kritiker bezeichnen das Vorhaben der Regierung als „Operation Olympische Reinigung“.
Klassenbester mit Schattenseiten: Das Pazifikland ist gestern erstes südamerikanisches OECD-Mitglied geworden. Doch es gibt eine große soziale Ungleichheit im Land.
Am vergangenen Donnerstag sind 17 Angehörige der Armee, die nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft in die Entführung und spätere Ermordung von drei Jugendlichen und jungen Männern vor über einem Jahr verstrickt sind, aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Ihre Mütter wehren sich dagegen.
Präsidentin Kirchner plant per Dekret zur Schuldentilgung in die Schatullen der Zentralbankreserven zu greifen. Zentralbankpräsident Martin Redrado, ein anerkannter Ökonom, mißfällt das - und brachte die Präsidentin in Rage.
Regierungsopposition sieht Gewaltenteilung in Gefahr. In Bolivien ist eine Kontroverse zwischen Regierung und Opposition um die Kontrolle der Justiz entbrannt. Der wiedergewählte Präsident Evo Morales hat die Ernennung von Übergangsrichtern durch Parlament und Regierung vorgeschlagen.
Grenzkonflikt führt zu mehr Gewalt. Die diplomatische Krise zwischen Kolumbien und Venezuela dauert seit Wochen an. Beide Seiten haben die Präsenz von Militäreinheiten an der Grenze verstärkt. Blickpunkt Lateinamerika sprach mit Bischof Jaime Prieto Amaya des kolumbianischen Bistums Cúcuta an der venezolanischen Grenze.
"Silberberg" hat lange und grausame Geschichte. Der Eintritt in die Hölle kostet fünf Dynamitstangen, zwei Handvoll Koka-Blätter, ein paar Zigaretten und eine Flasche Alkohol. Zu besorgen direkt am Fuß des "Cerro Rico", dem berühmt-berüchtigten Silberberg im bolivianischen Andenhochland.
„El Niño“ ist das spanische Wort für Christkind. Die meisten Menschen verbinden mit diesem Wort die Weihnachtszeit, Geschenke und eine besinnliche Zeit im Kreis der Familie. In Südamerika und besonders in Peru und Ecuador hat „El Niño“ aber auch noch eine andere Bedeutung.
Wilfredo Ardito setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass Menschen in Peru nicht mehr wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert werden. Seine eigene Betroffenheit und sein christlicher Glaube motivieren ihn dazu. Eine neues Gesetz bestätigt ihn in seiner Arbeit.
Brasiliens ungelöstes Abwasserproblem: Die heftigen Regenfälle der letzten Wochen haben eines der gravierendsten Probleme Brasiliens zurück in das öffentliche Bewusstsein des Landes gebracht. Es fehlt an Kanalisation und Klärwerken für die Abwässer aus Millionen von Haushalten, verursacht durch eine chaotische Besiedlung und das Jahrzehnte lange Versagen der Politiker.
Interview mit Keli Kpedzroku über den Voudou-Glauben. Der Voudou-Glaube hat seine Wurzeln in Afrika und ist durch afrikanische Slaven im 15. Jahrhundert auch nach Haiti gekommen. Keli Kpedzroku kommt usprünglich aus Westarika und hat einige Rituale und Informationen zur Voudou-Religion auf einem Lateinamerikatag in Bamberg vorgestellt.
Weihnachtsfest dieses Jahr mit neuen Freiheiten. Für seine Weihnachtsbotschaft hat sich der kubanische Kardinal Jaime Ortega in diesem Jahr eine besondere Zielgruppe ausgesucht: Er wandte sich an die Exil-Kubaner, die erstmals nach der Lockerung der US-Blockade des Fest gemeinsam mit ihrer Familie in der Heimat feiern können.
Weihnachtssterne traten von Mexiko aus ihren Siegeszug um die Welt an. Blutrot, karminrot, orangerot, dazwischen ein paar Tupfer weiß und rosa. Der Weihnachtsstern-Markt von Atlixco in Zentralmexiko ist ein Schmaus für die Augen.
Selbst Bill Clinton lassen die Eindrücke nicht unberührt: Der ehemalige US-Präsident kämpfte beim Besuch der Küstenstadt Gonaives, die im vorigen Jahr Unwettern fast völlig zerstört hatten, mit den Tränen. "Wir müssen hier helfen. Von dieser Stadt ist nichts mehr übrig geblieben."
Rio de Janeiro und São Paulo - zwei Städte, die stets miteinander im Wettstreit liegen. Wer hat den besseren Karnaval, die besten Fußballteams, die größte Lebensqualität? Meist gewinnt dabei die Stadt am Zuckerhut. Im Dezember beginnt ein neuer Konkurrenzkampf: Das Rennen um Brasiliens größten Weihnachtsbaum.
Das Rennen um Brasiliens größten Weihnachtsbaum
Rio de Janeiro und Sao Paulo - zwei Städte die stets im Wettstreit miteinander Liegen. Wer hat den besseren Carnaval,
die besten Fußballteams, die größte Lebensqualität? Meist gewinnt dabei die Stadt am Zuckerhut. Auch was den größeren
Weihnachtsbaum angeht liegt Rio wieder mal vorne. Doch Sao Paulo hat dieses Jahr den Vorsprung um fünf Meter verkürzt.
Arturo Beltran Leyvas Versteck war eine schicke Wohnanlage in der Stadt Cuernavaca. In der Nacht zum Donnerstag verwandelte sich das Viertel in eine Art Kriegsschauplatz. Die Sicherheitskräfte hatten den Wohnsitz des Drogenbosses umstellt, doch Beltran Leyva, einer der meistgesuchtesten Drogenhändler Mexikos, ergab sich nicht.
Seit mehr als zwölf Jahren hat Pablo Emilio Moncayo kein Weihnachtsfest mehr in Freiheit erlebt: Der Unteroffizier einer Kommunikationseinheit der kolumbianischen Militärs war 1997 während eines Gefechts mit den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (Farc) in die Gewalt der ältesten Guerilla-Organisation des Landes geraten.
Globales Wirtschaften zu Lasten lokaler Bevölkerungen. In Argentinien und Paraguay bestimmen Sojamonokulturen die Landschaften. In Ostdeutschland werden Schweinemastanlagen in großem Stil aufgezogen. Besteht ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Entwicklungen?