Dossier

Friedensprozess in Kolumbien

Seit Mitte der 1960er Jahre findet Kolumbien keinen Frieden. Zu dieser Zeit begann der bewaffnete Konflikt zwischen Regierung und Guerilla-Bewegungen, der seit 1985 mehr als 220.000 Menschen das Leben kostete.

Mehrere Bürgerkriege erschütterten seit seiner Unabhängigkeit das Land. Neben Konflikten um die Landfrage, führten auch traditionelle Rivalitäten zwischen liberalen und konservativen Parteien zu Unruhen. Entführungen durch bewaffnete Gruppierungen und eine destabilisierte Politik ließen das Land nicht zur Ruhe kommen.

Nun sitzen Kolumbiens Regierung und die Guerilla-Bewegung FARC seit drei Jahren an einem Tisch und verhandeln über den Frieden. Die Friedensgespräche gelten als Kernstück der nationalen Aussöhnung einer von Gewalt geprägten Gesellschaft und sind erst der Anfang einer noch andauernden Aufarbeitung der vergangenen Jahrzehnte.

In unserem Print-Archiv finden Sie Ausgabe 4/2015 von "Blickpunkt Lateinamerika" mit der Titelstory aus Kolumbien: "Ein Bischof unterwegs zum Frieden". Das Heft können Sie online lesen.

Oder schauen Sie sich das Factsheet zum Friedensprozess an - kurz und bündig werden dort die wichtigsten Informationen zusammen gefasst.

Das Lateinamerika-Hilfwerkes Adveniat unterstützt unter anderem die Friedensarbeit in Kolumbien mit seiner Aktion unter dem Motto "Frieden jetzt! Gerechtigkeit schafft Zukunft".

Auch Sie können mitmachen und Friedenspate werden.

Podiumsdiskussion zu neuem Justiz-System

Den Hauptpfeiler in Kolumbiens künftigem transitional justice-System bildet die „Sondergerichtsbarkeit für den Frieden“. Mit Blick auf dieses neue Sonderjustizsystem lotete im Juni 2016 ein Berliner Podiumsgespräch das Recht von Konfliktopfern auf Gerechtigkeit in seinen verschiedenen Schwerpunkten aus:

Dokumentation Podiumsdiskussion Offene Wunden_summary_08.2016 (PDF; 4 Seiten)

Friedensprozess, Kolumbien

Der gewaltsame Tod als Teil des Alltags

Wie kam es zu dem Konflikt in Kolumbien? Seit wann gibt es ihn? Wie ist er entstanden? Wie hat er sich entwickelt?
Diese Fragen und noch mehr beantwortet Thomas Wieland, Leiter der Projektabteilung des Lateinamerika Hilfswerkes Adveniat, ausführlich in seinem Bericht. Weiterlesen

17.03.2017

Friedensprozess, Kolumbien, Kuba

1.000 Medizin-Stipendien für den Friedensprozess

Kuba will den Friedensprozess in Kolumbien mit insgesamt 1.000 Medizinstipendien unterstützen. Dabei soll die Hälfte der Plätze für ehemalige Mitglieder der Rebellenorganisation Farc reserviert werden. Das teilte Kubas...

16.03.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Chance auf Familienleben: Farc lässt Kinder frei

Dem Internationalen Roten Kreuz zufolge hat die ehemalige Guerilla Farc am Mittwoch, 15. März 2017, zwei Kinder aus ihren Reihen frei gelassen. Eine Delegation der internationalen Organisation nahm die beiden Minderjährigen in...

16.03.2017

Deutschland, Friedensprozess, Kolumbien

Menschenrechtsbündnis bezieht Stellung zum Friedensprozess

Menschenrechtsaktivisten in Kolumbien müssten wirksam geschützt werden, fordert die Deutsche Menschenrechtskoordination Kolumbien (MRKK) in einer aktuellen Stellungnahme. Fast 100 Männer und Frauen, die sich für Menschenrechte in...

16.03.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Neu entdeckt: Kolumbien ohne Krieg

3,5 Millionen Touristen 2016 - seitdem Kolumbien auf dem Weg zum Frieden ist, wird das Heimatland des berühmtesten lateinamerikanischen Dichters Gabriel García Márquez als Reiseziel attraktiver.

09.03.2017

Friedensprozess, Kolumbien

App für den Frieden in Kolumbien

Die kolumbianische Kirche überrascht ihre Gläubigen mit einer neuen App für den Frieden. Die für Smartphones und Computer konzipierte App "Oro por la Paz" (Ich bete für den Frieden) soll den Gläubigen in der Fastenzeit...

07.03.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Farc-Guerilla fordert Fitness-Studios und Klimaanlagen

Die Regierung in Kolumbien hat Verzögerungen beim Bau der Übergangslager für die Kämpfer der Guerilla-Organisation Farc eingeräumt, zugleich aber überzogene Forderungen der Rebellen beklagt.

02.03.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Erste Farc-Rebellen in Kolumbien geben ihre Waffen ab

In Kolumbien hat die Entwaffnung der linksgerichteten Guerilla-Organisation Farc begonnen. Nach lokalen Medienberichten gaben am Mittwoch, 1. März 2017, die ersten 322 Rebellen ihre Waffen an Vertreter der Vereinten Nationen (UN)...

22.02.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Aktivistinnen - Lebensgefährlicher Einsatz für Frieden

Fünf Aktivistinnen von sozialen Organisationen sind seit dem Inkrafttreten der Friedensverträge bereits ermordet worden. Das Portal ¡Pacifista! weist auf die enormen Herausforderungen hin, die der kolumbianischen Gesellschaft für...

08.02.2017

Friedensprozess, Interview, Kolumbien

Die Guerilla braucht geistlichen Beistand

Erst vermittelte die Kirche bei den Friedensverhandlungen mit der Farc, jetzt sitzt sie bei den Gesprächen mit der ELN am Tisch. DW-Interview mit Claretinerpater Darío Echeverri, Koordinator der Versöhnungskommission.

07.02.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Streckt Kolumbiens ELN die Waffen?

In Quito beginnen die Friedensverhandlungen mit Lateinamerikas letzter Guerilla, der ELN. Die Zeichen stehen auf Frieden. Nach über 50 Jahren scheint das Ende des Bürgerkriegs in Kolumbien absehbar.

03.02.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Friedensgespräche mit ELN-Rebellen beginnen

Der Weg für offizielle Verhandlungen zwischen Kolumbiens Regierung und der marxistischen ELN-Guerilla ist frei. Präsident Juan Manuel Santos kündigte am Donnerstag, 2. Februar 2017, zum Auftakt des Welttreffens der...

27.01.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Mobile Bibliotheken für Farc-Befriedungszonen

In der sogenannten Befriedungszone in Kolumbien werden 20 mobile Bibliotheken für die Farc-Kämpfer bereitgestellt. Kulturministerin Mariana Garces Cordoba erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag, 26. Januar 2017,...

23.01.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Farc-Deserteure für Menschenrechtler-Morde verantwortlich

Die Farc hat nach einem Bericht der Zeitung "Vanguardia" eingeräumt, dass desertierte Kräfte aus ihren Reihen für die Ermordung zweier Menschenrechtler verantwortlich sind. In einer am Wochenende verbreiteten Erklärung...

19.01.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Datum für Friedensgespräche mit ELN steht fest

Im Rahmen des Dialogs zwischen der kolumbianischen Regierung und der marxistischen ELN-Guerilla in Ecuador haben beide Delegationen die Freilassung der seit Monaten verschleppten Geisel Odin Sanchez noch vor dem 2. Februar...

17.01.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Farc-Kämpfer werden Biolandwirtschafts-Technologen

Im Rahmen des Friedensprozesses in Kolumbien will die Universität von Antioquia ehemalige Kämpfer der linksgerichteten Guerilla-Organisation Farc zu Biolandwirtschafts-Technologen ausbilden. Schwerpunkte der Ausbildung sollen der...

16.01.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Steinmeier: "Kolumbiens neue Währung heißt Vertrauen"

Ein neues deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut, dazu anerkennende Worte für einen schwierigen Friedensprozess: Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich bei seinem Kolumbien-Besuch beeindruckt.

10.01.2017

Friedensprozess, Kolumbien

Farc leitet Entwaffnung ein

Obwohl es in den letzten Wochen immer wieder Berichte von Abtrünnigen und dem Überlaufen von Farc-Rebellen zu anderen bewaffneten Gruppierungen gegeben hat, schreitet der Prozess der Entwaffnung in Kolumbien voran. Zu Beginn...

19.12.2016

Friedensprozess, Kolumbien, Vatikan

Kaum Bewegung zwischen Santos und Uribe

Die kolumbianischen Medien haben nach dem Vermittlungsgespräch des Papstes zwischen Präsident Juan Manuel Santos und Ex-Präsident Alvaro Uribe am Freitag, 16. Dezember 2016, im Vatikan ein ernüchterndes Fazit gezogen: "Der...

13.12.2016

EU, Friedensprozess, Kolumbien

EU legt Treuhandfonds für Friedensprozess auf

Für Kolumbiens Präsident Santos entwickelt sich seine Europareise zu einer Erfolgsgeschichte: Nach dem Friedensnobelpreis gab es jetzt 95 Millionen Euro von der EU - eine Investition in die Zukunft.

11.12.2016

Friedensprozess, Kolumbien

Santos erhält Friedensnobelpreis - "Welt ohne Krieg möglich"

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat in Oslo den Friedensnobelpreis entgegengenommen. Das Nobelpreiskomitee zeichnete ihn für seinen Einsatz um den Friedensprozess in Kolumbien aus.

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Coca-Anbau - Illegale Guerilla-Finanzierung

Die Region Catatumbo an der Grenze zu Venezuela ist Coca-Anbaugebiet. Immer wieder kommt es hier zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Guerilla-Organisation FARC und dem Militär. Bislang hat sich die FARC hauptsächlich durch die Einnahmen aus dem Cocageschäft finanziert, doch der Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC sieht ein Ende des Coca-Anbaus vor.

Bischof Omar Alberto Sánchez Cubillos setzt sich für Alternativen zum Coca-Anbau ein. Er ist Partner der Jahresaktion 2015 "Frieden jetzt!" von Adveniat.

Die Cocapflanze dominiert in Teilen Kolumbiens die ganze Agrarwirtschaft. (Foto: Adveniat/Escher)
Auf illegalen Plantagen, die zum Teil von hohen Bananenstauden versteckt werden, wächst die die Cocapflanze. (Foto: Adveniat/Escher)
Guerilla-Graffiti in der Region Catatumbo. Hier leben viele Guerilleros in den Wäldern und profitieren vom illegalen Coca-Anbau. (Foto: Adveniat/Escher)
Bewaffnete Soldaten schützen die Dörfer vor den Guerilleros. (Foto: Adveniat/Escher)
Bischof Sánchez Cubillos bespricht mit Bauer Tapias die möglichen Alternativen zum Coca-Anbau in Pacelli. (Foto: Adveniat/Escher)

COPPAS - Ehrenamtliche Friedensarbeit

Die COPPAS sind eine sozial-pastorale Gruppe von Ehrenamtlichen, die sich in der Region um die südkolumbianische Stadt Pasto um Menschen am Rand der Gesellschaft kümmert. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Betreuung Kranker und Behinderter, die berufliche Weiterbildung sowie die Bildung von Kleinbauernkooperativen. Die Ehrenamtlichen knüpfen dabei Netzwerke der Selbsthilfe, die ein Stück sozialen Frieden in die Bürgerkriegsregion zurückbringen.

Weitere Informationen zu den COPPAS finden Sie in unserer Printausgabe Blickpunkt Lateinmaerika 2/2015 oder in der Projektbeschreibung "Kraft zur Selbsthilfe aus der Gemeinschaft".

Juan José kam behindert zur Welt. Die COPPAS halfen seiner Familie, ihr Recht auf Hilfe einzuklagen. (Foto: Adveniat/Escher)
Hilfe zur Selbsthilfe: Kleine Hausgärten auf den Dächern der Stadt Pasto. (Foto: Adveniat/Escher)
In Weiterbildungen wie dem Maniküre-Workshop lernen Frauen, wie sie etwas dazuverdienen können. (Foto: Adveniat/Escher)
Kinder lernen spielerisch in Theatergruppen mit Konflikten umzugehen. (Foto: Adveniat/Escher)
Im Anschluss an die Zusammenkunft verschiedener COPPAS-Gruppen wird gemeinsam gebetet. (Foto: Adveniat/Escher)

Die Sehnsucht nach Frieden

In Kolumbien herrscht seit über 50 Jahren Bürgerkrieg und die Bevölkerung sehnt sich seit langem nach Frieden. Besonders in der Straßenkunst kommt die Hoffnung auf Frieden zum Ausdruck.

Wandmalerei zum Friedensprozess in Bogota. (Foto: Adveniat/Escher)
Das Denkmal "Schwerter zu Pflugscharen" des Bildhauers Rodrigo Arenas Betancur besteht aus eingeschmolzenen Gewehren der ehemaligen Guerilla-Kämpfer der "M-19". (Foto: Adveniat/Escher)
"Nie wieder Krieg" fordert dieses Graffiti in Bogota. (Foto:Adveniat/Escher)
Auch in Medellin lebt die Hoffnung auf Frieden: "Nicht töten" und "Nicht schießen". (Foto: Adveniat/Escher)
Beim großen Weihnachtsumzugs in Tunja ist die Sehnsucht der Teilnehmer nach Frieden, Freiheit und Respekt unverkennbar. (Foto: Adveniat/Bauerndick)

Audio: Friedensverhandlungen in Kolumbien

Seit 2012 verhandeln die Guerilla-Gruppierung FARC und die Regierung Kolumbiens über den Frieden. Thomas Milz wirft einen Blick auf die Gespräche und ihre Erfolgsaussichten.

"Frieden jetzt! Gerechtigkeit schafft Zukunft"

 

Padre Rafael Martín Castillo Torres - Engagement für Flüchtlinge

 

Ulrike Purrer - Friedensarbeit mit Jugendlichen

 

Padre Darío Echeverri González - Sprachrohr der Opfer

 

Die Arbeit der Versöhnungskommission

DOSSIER:
Mapuche

DOSSIER:
Papst Franziskus

DOSSIER:
Oscar Romero